01.02.2016

Jean Paul Gaultier Ausstellung in München

Jean Paul Gaultier ist einer der erfolgreichsten Modedesigner unserer Zeit. Wann immer es die Gelegenheit gab etwas anders zu machen als der Rest, tat er es: Dünne Models sind In, dann lässt er  seine Mode von Frauen mit Kurven präsentieren. Genau diese Art des Anders sein stellt auch seine Ausstellung in der Kunsthalle in München aus.
Wenn man die ersten Ausstellungsräume betritt wirken die dunklen Räume mit den kleinen, beleuchteten Podesten auf denen Puppen stehen zunächst wie in vielen anderen Fashionausstellungen auch. Im Sommer war ich in der Karl Lagerfeld Ausstellung in Bonn, und diese war von der Location sehr ähnlich (die Lagerfeld Ausstellung ist leider schon vorbei). Doch schon nach ein paar weiteren Schritten kommt eben diese Art des Anders sein zum Vorschein. Nicht nur seine Kreationen unterstützen diesen Charme, sondern auch die vielen Abzüge seiner Editorialstrecken oder Selbstporträs.
Deswegen bin ich schon ziemlich beeindruckt, fasziniert und vor allem inspiriert in den dritten Ausstellungsraum gewandert. Nehme im Hintergrund die leise Sing-Sang Musik war und betrachte die Puppen, auf die Menschen Gesichter projiziert sind. Doch plötzlich blinzelt genau eine dieser, mir zu. Ich habe meinen Vater, der neben mir steht, nur fragend angeschaut und auch der fragte, ob er sich das gerade eingebildet hätte. Im nächsten Moment fängt die Puppe an zu sprechen und weiter hinten richtet sich ein Gaultier in Puppenform persönlich an die Besucher. Auch der Sing-Sang aus dem Hintergrund entpuppt sich als Sirenen ähnlicher Gesang von circa acht Puppen, die extravagante Abendkleider präsentieren. Der ganze Raum ist voll von scheinbar lebendigen Puppen. Extrem faszinierend, aber irgendwie auch ein bisschen gruselig.
Es werden Videos von Menschengesichtern auf die Puppen projiziert, die so echt aussehen, dass man im ersten Moment zweimal überlegen muss, ob da eine Puppe oder ein Mensch vor einem steht. Hier findet ihr ein Video davon auf meinem Instagram.
Technisch gesehen, waren diese Puppen definitiv das Highlight der Ausstellung. Doch modisch gab es unzählig viele. Ich finde das Jean Paul Gaultier ein unfassbar kreativer Mann ist, der es schafft aus alt vertrautem oder scheinbar unveränderbaren Schnitten und Formen, neue zu schaffen. Immer diese Kleinigkeit des Anders sein  mit einzubringen und den Betrachter mit unerwartetem zu überraschen.
Das einzige was mich ein bisschen enttäuscht hat, war die Präsentation der Hochzeitskleider am Ende der Ausstellung. Es werden sechs sehr extravagante Hochzeitskleider gezeigt, die alle weiß und außergewöhnlich gemacht sind, gezeigt. Allerdings steht der Raum von der Inszenierung her den anderen total nach. Gerade vom letzten Raum einer Ausstellung, zusätzlich noch von dem mit den Highlights einer jeden Couture Show, erwarte ich mir mehr WOW. Der Raum sah nicht schlimm aus, dennoch wurde den extravaganten Kleidern nicht gerecht.
Mein Fazit ist, dass alle, die sich für Mode, Design und Inszenierung interessieren, nicht von dieser Ausstellung enttäuscht werden. Vor allem ist der Eintrittspreis von 14€ ab Achtzehn und unter Achtzehn sogar nur 1€, meiner Meinung nach gerechtfertigt.
Übrigens wer ganz schnell ist, kann am 2. Februar um 16:30 Uhr den Meister persönlich treffen. Schade, dass ich da leider nicht mehr da bin.





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